Kategorie-Archiv: Rezension

[Rezension]: Mit dir an meiner Seite – Nicholas Sparks

Mit dir an meiner Seite

Zum Inhalt:

Ronnies Verhältnis zu ihrem Vater Steve ist nicht ganz einfach, seitdem er die Familie verlassen hat. Haben sie zuvor noch gemeinsame Zeit mit ihrer Leidenschaft, dem Klavierspielen, verbracht, so meidet sie seit Jahren den Kontakt zu ihm. Da erscheint ein ganzer Sommer bei Papa alles andere als spaßig und aufregend zu werden.
Ihre Abneigung gegenüber ihrem Vater lässt sie ihn deutlich spüren. Ohne die Hoffnung zu verlieren, versucht Steve Zugang zu seiner Tochter zu erlangen, doch bisher ohne Erfolg. 

Um der Anwesenheit ihres Vaters zu entgehen, verbringt Ronnie viel Zeit außer Haus. So lernt sie den netten gut aussehenden Jungen Will kennen, der ihre Zeit bei dem ungeliebten Vater versüßt. Entgegen ihren Erwartungen verlebt sie einen wunderschönen Sommer, bis die Wahrheit ans Licht kommt und ihr den Boden unter den Füßen wegreißt.

Meine Meinung:

Wie auch Stephen King ist Nicholas Sparks ein sehr etablierter und äußerst bekannter Autor, an den ich mich lange Zeit nicht heranwagte, gerade weil er und seine Bücher so überschwänglich gelobt werden. Das Cover hat mir dann letztendlich den letzten Anstoß gegeben, mich doch einmal zu überwinden. 

Die Geschichte ist relativ simpel und auch sprachlich nicht sonderlich anspruchsvoll. Im Gegensatz zu z.B. historischen Romanen ist es hier nicht schlimm, wenn man mal die Konzentration schleifen lässt oder man erst ein paar Tage später wieder zum Buch greift. Auf die Details kommt es weniger an, daher ist der Anschluss auch schnell wieder gefunden.

Im Normalfall kann ich absolut nichts mit schnulzigen Liebesbüchern anfangen, weshalb ich Nicholas Sparks auch eher skeptisch gegenüber stand. Mit vielen Vorurteilen beladen machte ich mich also ans Werk, da ich fälschlicherweise davon ausging, dass es in Richtung Trivialliteratur und Frauen-Trash-Romanen geht. Sprachlich gesehen kann es sich zwar, wie gesagt, nicht mit anderen Büchern (siehe “Die Bücherdiebin“) mithalten, doch inhaltlich ist es definitiv unter “schwere Kost” einzuordnen. 

Die Handlung ist mitten aus dem Leben gegriffen, weshalb sie, ebenso wie die Charaktere, so wirklichkeitsnah und greifbar sind. Es könnte durchaus einen solchen Erlebnisbericht geben, ohne ihn (zu Verkaufszwecken) weiter ausschmücken zu müssen. Dieses Zusammenspiel hat mich letztendlich vollends überzeugt und mir ein neues, bisher weitestgehend gemiedenes Genre eröffnet. 

Fazit: Mir hat “Mit dir an meiner Seite” nicht nur gut gefallen, sondern mich auch im Nachhinein nicht mehr losgelassen. So emotionsgeladen und wachrüttelnd, dass ich vorerst eine kleine Nicholas Sparks-Pause einlegen werde, bevor ich mich über seine anderen Werke her mache.

5 Sterne

–> Leseprobe

Buchdaten:
Hardcover – 544 Seiten
Preis – 19,95 € [D]
Erscheinungsdatum 06. April 2010 (1. Auflage)
Originaltitel: The Last Song
Autor – Nicholas Sparks
Genre – Gegenwartsliteratur, Belletristik
ISBN: 978-3-4532-6652-0

Heyne

 

 

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[Hörbuch]: Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Zum Inhalt:

Es ist das Jahr 1939. Liesel Meminger (9 Jahre) wird zusammen mit ihrem jüngeren Bruder in die Obhut von Pflegeeltern übergeben. Doch auf dem Weg dorthin stirbt ihr Bruder. Auf dessen Beerdigung stiehlt das junge Mädchen ihr erstes Buch “Das Handbuch der Totengräber”, welches einer der Totengräber verloren hat. Dies ist der Beginn ihrer tiefen Verbundenheit zu Büchern.
Bei ihren Pflegeeltern in Molching angekommen fällt es ihr zunächst schwer sich einzuleben. Ihre Pflegemutter scheint alles andere als nett zu sein, ganz im Gegensatz zu ihrem Pflegevater. Er schenkt ihr Aufmerksamkeit, wacht des Nachts an ihrem Bett, um ihr die Angst vor dem Schlafen zu nehmen und bringt ihr schließlich das Lesen bei.
Während sie sich einlebt, wächst ihre Liebe zu Büchern von Tag zu Tag und sie geht viele Wagnisse für ihre Leidenschaft ein.
Zusammen mit ihrem neugewonnenen Freund Rudi (der sich von Liesel nichts mehr als einen Kuss wünscht), verlebt sie in der Himmelstraße eine, für den Nationalsozialismus, relativ schöne Zeit.
Bis zu dem Zeitpunkt, als heimlich ein Jude in ihren Keller einzieht. Eine tiefe und innige Freundschaft erblüht zwischen den beiden. Eines Tages jedoch laufen die Juden durch das Dorf … auf dem Weg nach Dachau.

Meine Meinung:

Erst mal zu der Geschichte allgemein:
Die Handlung spielt sich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges ab und genau das ist eigentlich nicht mein “Genre”. Nach “Anne Franks Tagebuch” und “Als Hitler das rosa Kaninchen stahl”, die ich in meiner Jugend las, habe ich diese Thematik weitestgehend gemieden, da ich es einfach viel zu traurig und grausam fand.  Jetzt, 10-12 Jahre später, wagte ich noch einmal den Versuch und bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Vermutlich gehe ich jetzt einfach anders mit diesem Thema um, obwohl die dargestellte Realität nichts von seiner Grausamkeit verloren hat.

Wie schon in der Inhaltsangabe beschrieben, handelt das Buch von Liesel Memingers Leben. Erzählt werden die Geschehnisse vom Tod. Man könnte meinen, dieser Tod sei grausam und ohne Skrupel. Doch dieser Tod ist anders. Er zeigt als Tod so viel Herz und Gefühl, welches man bei den Nationalsozialisten schmerzlich vermisst und absolutes Unverständnis hervorruft.

“Es bringt mich schier um, wie manche Menschen sterben”

Sprachlich, mit Hilfe vieler verschiedener Stilmittel und der unglaublichen Wortgewandtheit ist dieses (Hör-)Buch, trotz des wirklich tragischen Erzählten, ein wahres Meisterwerk.
Der folgende, häufig zitierte und wirklich erdrückende Satz zeigt, wie Zusak regelrecht mit den Worten spielt.

“Sie gingen nach Dachau, um sich zu konzentrieren”

Die teils schräg anmutenden Vergleiche/Beschreibungen (“unterernährtes Schlurfen”) verdeutlichen die Tragik und ich empfand sie als eindringlicher. 

“Der Führer beschloss, dass er die Welt mit Worten regieren würde.”

“…und lockte sie mit seinen schönsten hässlichsten Worten…”

In dem Buch geht es eigentlich weniger um den Ausgang der Geschichte, als vielmehr um das “Wie?”. Vieles wird zu Anfang der Kapiteln (oder auch mittendrin) vorweggenommen. Zuerst hat mich das sehr verärgert, da es das “Was?” ist, das in den meisten Geschichten im Vordergrund geht. Doch dann wurde mir bewusst, dass genau das nebensächlich ist und man sich so auf das Eigentliche konzentrieren kann.
Mit diesem Buch wird die Macht der Worte beschrieben, die grausame, wie die positive lebensrettende Macht der Worte

Zum Hörbuch:
Da es mein erstes Hörbuch war, fehlt mir natürlich (leider) der Vergleichswert. Hörbüchern stand ich bisher immer skeptisch gegenüber. Diese eher negative und teils sogar ablehnende Tendenz wurde mit diesem Hörbuch ins Gegenteil umgewandelt.
Für mich war es der Einstieg in die vorgelesene/erzählte Literatur, auch wenn ich dem gedruckten Buch immer den Vorrang geben werde
Boris Aljinovic scheint mir absolut perfekt für diese Geschichte und ich hätte mir keinen Besseren vorstellen können, trotz meiner (wie schon erwähnten) Unwissenheit.
Um ehrlich zu sein, habe ich nie verstanden, wieso Hörbücher vergleichsweise teuer sind. Mir kommt, trotz meiner Begeisterung hierfür, der Preis auch etwas hoch angesetzt vor, kann es jetzt allerdings eher nachvollziehen. Jemand, der keine Zeit/Lust zum Lesen hat, wird hierfür wohl weit mehr Verständnis aufbringen, als ich es vermag.

5 Sterne

–> Hör/Leseprobe (Für die Hörprobe muss man oben links auf die Noten klicken)

Hörbuchdaten:
Laufzeit – ca. 420 Minuten 
Autor – Markus Zusak
Gelesen von: Boris Aljinovic
Erscheinungstermin: 27. Februar 2008
Preis – 24,95 € [D]
Hörbuch erschienen bei Random House Audio

Buch erschienen bei blanvalet/cbt
ISBN: 978-3-86604-825-6

[Rezension]: Starters – Lissa Price

Zum Inhalt:

Callie hat als Vollwaise keine aussichtsreiche Zukunft vor sich. Während eines Krieges wurden tödliche Sporen freigesetzt, die das Leben Tausender kostete, unter anderem auch das ihrer Eltern. Daher lebt sie mit ihrem kranken 7-jährigen Bruder und ihrem sehr guten Freund Michael auf der Straße am Existenzminimum und in ständiger Angst vor den umherstreifenden Marshals geschnappt und eingesperrt zu werden. Das nämlich passiert den Minderjährigen, die keine Verwandte vorzuweisen haben.
Um ihrem Bruder Medikamente und ein besseres Leben bieten zu können braucht sie Geld. Aus diesem Grund  meldet sie sich bei Prime Destination an, einer Firma, die es möglich macht, den eigenen Körper vermieten zu können. Dabei wird der Vermieterin ein Chip in den Kopf implantiert, der ihr Gehirn außer Gefecht setzt und somit dem Mieter die komplette Gewalt über den Körper überlässt. Bei Callie und ihrer Mieterin ging allerdings etwas schief und plötzlich kehrt Callie in ihren Körper zurück und muss eine erschreckende Entdeckung machen.

Meine Meinung:

“Starters” habe ich zusammen mit Steffi von Beauty & Books in einer Mini-Leserunde zusammen gelesen und wir waren beide unheimlich froh, dieses Buch ausgewählt zu haben. Obwohl es knapp 400 Seiten hat, sind wir beide regelrecht durchgeflitzt. Die Geschichte ist sehr spannend und visuell geschrieben und liest sich wie ein Film, was sich positiv auf den Lesefluss auswirkt.
Das Cover passt unheimlich gut zum Inhalt und hat mir immer besser gefallen. Das Gesicht, das nicht mehr als Wiederekennungswert dient, wenn verschiedene Seelen dem Körper innewohnen können. Es wirkt genauso wie die Stimmung im Buch: mysteriös und düster.

Die Geschichte beginnt mittendrin, als Callie (aus ihrer Sicht geschrieben) schon beschlossen hat zu Prime Destination zu gehen und ihren Körper zu vermieten. Was davor passiert ist und wie sie in diese Situation geriet, wie es überhaupt zu dem Massensterben kam und was denn nun “Enders” und “Starters” sind, liest man nach und nach aus dem Kontext heraus.
Die Spannung, die gleich zu Beginn des Buches aufgebaut wurde, hielt sich die kompletten 398 Seiten. Mich hat die Geschichte einfach nicht mehr losgelassen, ständig kamen neue Spannungsbögen dazu, die mich regelrecht gezwungen haben, weiterzulesen.
Zwischendurch gab es ein paar Szenen, die mir etwas zu schnulzig und hollywood-like waren. Damit meine ich jedoch keine Liebesszenen, sondern normale Szenen, wie es z.B. gegen Ende vorkommt.
Lissa Price, die sonst Drehbücher schreibt, hat hier wohl ihre Erfahrung als Drehbuchautorin einfließen lassen, was man ab und zu einfach merkt. Manchmal springen die Szenen extrem weiter, sodass man sich die Geschehnisse zwischen den beiden Szenen zusammendichten muss, bzw. teilweise werden sie später erläutert. Es ist eigentlich ein normales Hilfsmittel, um die Geschichte voran zu treiben ohne dabei alles bis ins kleinste Detail erklären und beschreiben zu müssen (was durchaus positiv ist), es kam jedoch hin und wieder so abrupt, dass ich mich richtig rausgerissen gefühlt habe.

Im Gesamten hat mich Starters positiv überrascht und der zweite Teil “Enders”, der am 12. November 2012 in die Läden kommt, wird sicher mit der gleichen Begeisterung verschlungen.

–> Leseprobe

4 Sterne

 

Buchdaten:
Starters – Reihe:
1. Starters (orig. Starters)
2. Enders  (orig. Enders, ET: 12. November 2012)
Hardcover – 400 Seiten 
Preis – 15,99 € [D]
Erscheinungstermin 12. März 2012 (1. Auflage)
Originaltitel: Starters
Autorin – Lissa Price
Genre – Urban-Fantasy, Dystopie
ISBN: 978-3-4927-0263-8


IVIMein herzlicher Dank geht an den IVI Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

 

 

 

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[Rezension]: Cassia & Ky 2: Die Flucht – Ally Condie

Zum Inhalt:

Nach Kys Deportation in die Äußeren Provinzen, setzt Cassia alles daran, ihm zu folgen und zu ihm zu gelangen. Das Leben abseits der alles kontrollierenden Gesellschaft, ist härter als vermutet. Die Aberrationen und Anomalien, die dorthin verfrachtet werden, kämpfen um ihr Leben und sind schutzlos den dortigen Luftangriffen ausgeliefert. Ihre Chancen stehen mehr als schlecht.
Kys letzter Ausweg ist die Flucht. Er weiß nicht, dass Cassia nach ihm sucht und ihm dicht auf den Fersen ist.
Beide führt sie der Weg in die Canyons an den Grenzen der Äußeren Provinzen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Welche Entdeckungen werden beide auf ihrer Reise machen? Wird es das sein, was sie sich erwarten und erhoffen?

Meine Meinung:

So wirklich begeistert war ich ja nicht vom ersten Teil und hatte so meine Bedenken, ob mir die Fortsetzung überhaupt zusagt. Was soll ich sagen? Ich wurde definitiv bekehrt. Es hat mich sogar so positiv überrascht, dass ich meiner anfänglichen Einschätzung nicht mehr so recht glauben mag. 

Mit “Die Flucht” geht das Abenteuer um Cassia, Ky, Xander und Co in eine neue und deutlich aufregendere Runde.
Schon sehr früh hat es sich gezeigt, dass hier ein anderes Erzählmittel benutzt wurde. Statt nur noch aus Cassias Sicht zu erzählen, wechselt die Autorin zwischen Cassia und Ky hin und her. Beide Personen erzählen aus der Ich-Perspektive, womit sie “gleichberechtigt” sind und es jetzt, im Gegensatz zu “Die Auswahl” nun zwei Protagonisten gibt. Diese Änderung gibt dem Ganzen noch mehr Pepp und Spannung.

Auch sprachlich hat sich einiges getan. Die Geschichte wirkt trotz ihres eher düsteren und aussichtslosen Inhaltes bunter und lebendiger. Zuerst dachte ich, mein vergleichsweise schlechter Eindruck des ersten Teiles rührt vom Inhalt her: Die Gesellschaft wirkt sehr steril und perfekt, irgendwie abgerundet, man findet keine Ecken und Kanten. So las es sich auch.

“Die Gesellschaft ist nicht menschlich, aber manchmal sind es die Leute, die für sie arbeiten.” (S. 64)

Mit “Die Flucht” jedoch, hat die Autorin die traurigen Ereignisse und die Hoffnungslosigkeit in so schöne Worte verpackt, dass ich mir einige Passagen mehrmals durchgelesen habe.

“Ich bin nur ein Schmetterling, ein Trauermantel, eingesponnen in einen Kokon, blind und mit klebrigen Flügeln. Und plötzlich frage ich mich, ob sich die Kokons manchmal nicht öffnen, ob manch ein Schmetterling einfach nicht stark genug ist, die Hülle zu durchbrechen” (S. 303)

Einzig das ewige Rumgeturtel der Beiden ging mir mit der Zeit auf die Nerven. In “Die Auswahl” war es sehr dezent gehalten und nicht zu aufdringlich. Hier wiederum ist es “to much” und absolut nicht nachvollziehbar. 

Über diesen Kritikpunkt konnte ich aber dennoch hinwegsehen, denn immerhin steht (noch) das Aufbegehren gegen die Gesellschaft im Mittelpunkt und an Spannung wird nicht gespart.

Es hat sich definitiv gelohnt, an der Serie dran zu bleiben, obwohl mir der Start der Trilogie nicht wirklich gefallen hat. Ich bin mir sicher, dass der dritte Teil noch mal eins drauf legt.

–> Leseprobe

4 Sterne

Buchdaten:
Matched – Trilogie:

1. Die Auswahl (orig. Matched)
2. Die Flucht (orig. Crossed)
3. Die Ankunft (orig Reached; dt ET: 08. Januar 2013)
Hardcover – 464 Seiten 
Preis – 16,99 € [D]
Erscheinungstermin 18. Januar 2012 (1. Auflage)
Originaltitel: Crossed
Autorin – Ally Condie
Genre – Dystopie, Jugendbuch
ISBN: 978-3-8414-2144-9

Fischer

 

 

 

 

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