Kategorie-Archiv: Rezension

[Rezension]: Plötzlich Fee Sommernacht – Julie Kagawa

Plötzlich SommernachtBuchdaten:
496 Seiten
Hardcover: 16,99€
Taschenbuch: 8,99€
E-Book: 7,99€

Erscheinungstermin: 21. März 2011
Originaltitel: The Iron Fey Book 1: The Iron King
Autorin – Julie Kagawa
Genre – Fantasy, Jugendbuch
Verlag: Heyne fliegt

Plötzlich Fee – Reihe
1. Sommernacht

2. Winternacht
3. Herbstnacht
4. Frühlingsnacht

 

 

Zum Inhalt:

Irgendwas stimmt ganz und gar nicht. Meghans 16. Geburtstag war von Anfang an eine Katastrophe. Ihr heimlicher Schwarm macht sich vor der ganzen Schule über sie lustig.
So weit, so gut.
Doch zu Hause erlebt sie eine deutlich schlimmere Überraschung: Ihre Mutter liegt blutend auf dem Boden und ihr junger Halbbruder Ethan scheint das für einen Moment auch noch lustig zu finden. 

Ihre Vorahnung, dass etwas nicht stimmt, bestätigt sich, als sie mitgeteilt bekommt, dass sie in Wirklichkeit eine Fee ist und ihr Halbbruder von anderen Feen entführt und durch ein Wechselbalg ausgetauscht wurde.

Zusammen mit ihrem besten Freund Robbi begibt sie sich auf die Suche nach dem echten Ethan ins Reich der Feen – dem Nimmernie.
Dort warten nicht nur gefährliche Kreaturen auf sie, sondern auch eine unerwartete Überraschung.

Meine Meinung:

Ich gestehe: Das war ein purer Coverkauf. Deshalb stand das Buch – zusammen mit Teil 2 – auch geschlagene 3 Jahre schön präsentiert auf dem “Ehrenplatz” in meinem Bücherregal.
Schließlich war ich aber doch neugierig, ob hinter der schönen Verpackung auch eine genauso schöne Geschichte steckt.

Die Protagonistin Meghan fand ich – allgemein betrachtet! – sehr erfrischend. Ihre passiv-aggressive und dauergenervte Art, hat mich oft zum Schmunzeln gebracht und machte ihre Rolle als typischen Teenager absolut authentisch.
Ihre Opferrolle fand ich dagegen etwas zu viel des Guten.
Klar, im Nimmernie ist es gefährlich und sie kennt sich dort nicht aus. Doch ohne die Hilfe anderer, hätte sie so gut wie nichts auf die Reihe gebracht. Ich hoffe wirklich, dass sie sich im 2. Band etwas weiterentwickelt und auch mal eigenständig handeln kann. Diese Hilflosigkeit ist auf Dauer echt anstrengend.

Ihr bester Freund Robbie Goodfell, aka Puck, nimmt hingegen alles sehr locker. Er grinst ständig verschmitzt (*augenroll*), scheint nichts ernst zu nehmen und hat mich – und auch die Protagonistin -mit seiner überheblichen Einstellung des öfteren ziemlich genervt. Mit ihm wurde ich nicht richtig warm.
Im krassen Gegensatz zu Puck steht Prinz Ash. Ungeachtet der Tatsache, dass er der Gegenseite angehört (er ist ein(e)? Winterfee, Meghan gehört zu den Sommerfeen), fand ich ihn vom ersten Moment an sehr ansprechend. Er hat etwas Geheimnisvolles und Undurchschaubares an sich. Man weiß nicht genau, wie er zu Meghan steht. Denn obwohl ihre Eltern verfeindet sind, hilft er Meghan auf der Suche nach Ethan.

Eine große Rolle spielt auch Grimalkin bzw. Cat Sidhe – mein absoluter Lieblingscharakter bisher. Er ist ein sprechender Kater, der Meghan zwar hilft, dafür aber eine Gegenleistung erwartet. Mir war der Umstand, WAS genau eine Cat Sidhe ist, nicht so ganz klar. Entweder hat sich das im Buch verlaufen – oder ich hab es unbewusst überlesen.
Die anderen Feen scheinen jedenfalls Angst vor Grimalkin und Mitleid mit Meghan zu haben, die Grimalkin für seine Hilfe einen Gefallen schuldet. Ich für meinen Teil mag Grimalkin mit seiner ironisch-sarkastischen Art. 

“Plötzlich Fee” entführt den Leser in eine magische, streckenweise auch stimmungsgeladene Feenwelt. Es wimmelt vor gefährlichen Kreaturen, für mein Empfinden sind es jedoch zu viele.
Was uns zum nächsten Problem führt: so schnell wie sie kamen, so schnell waren sie auch wieder weg und der nächste Gegner wartet. Man hüpft von einer ausweglosen Situation in die nächste, ohne dass es mal etwas tiefgründiger wird, es geht alles viel zu schnell.
Dabei ist Meghan ständig auf fremde Hilfe angewiesen, weil sie selbst nicht in der Lage ist, sich selbst herauszuhelfen.

Das Buch war ganz nett, ein eher kurzweiliges Lesevergnügen, 100% überzeugen konnte es mich bisher nicht wirklich. Die Geschichte hätte ja wirklich Potenzial, bei der Umsetzung hapert es leider. Ich empfand es als oberflächlich, ohne Tiefgang. Man hibbelt dem großen Knall entgegen, der leider ausbleibt. 

Wenn der zweite Teil genauso ist, werd ich die Reihe vorerst abbrechen. Es sei denn, mir kann jemand versichern, dass es noch richtig richtig richtig richtig gut wird ;)

2 Sterne

[Kinderbuchvorstellung]: Der Dachs hat heute einfach Pech – Moritz Petz, Amélie Jackowski

Der Dachs hat heute einfach Pech - CoverBuchdaten:
Autor – Moritz Petz
Illustratorin – Amélie Jackowski
Verlag: NordSüd-Verlag
Fester Einband mit 32 stabilen Seiten
Preis – 13,99€ [D]
ISBN: 978-3-314-10231-8
Empfohlen laut Verlagsseite ab 4 Jahre 

–> Leseprobe

 

 

 

 

Wer kennt das nicht? Kinder, deren Frustrationsschwelle niedriger nicht sein könnte. Kaum funktioniert etwas nicht so, wie sie es gerne hätten, wird das lauthals der Umgebung verkündet. Reden, erklären, helfen kann man viel, oftmals fruchtet das aber wenig.

Der Dachs hat heute einfach Pech - Innenseite

Da kommt der kleine Dachs mit seinen Missgeschicken gerade recht!
Hier können die Kleinsten von uns anhand einer wirklich niedlichen Geschichte mitverfolgen, wie der Dachs seine Pechsträhne mit der Hilfe seiner Freunde und einem Funken Humor überwindet und dabei noch eine richtig tolle Überraschung erlebt.

“Heute, dachte der Dachs, lasse ich es mir einmal richtig gut gehen. Heute will ich nur tun, was mir Spaß macht!”

Doch so leicht wird es dem kleinen Dachs leider nicht gemacht. Kaum ist er aufgestanden, passiert ihm ein Unglück nach dem anderen. Deshalb beschließt er, zu seinen Freunden zu gehen und ihnen sein Leid zu klagen. Als er sieht, dass es seinen Freunden nicht besser ergeht, beschließt er, ihnen zu helfen. Doch dieser ereignisreiche Tag ist noch lange nicht zu Ende: es wartet eine wunderschöne Überraschung auf den kleinen Dachs.

Mir sind gleich die niedlichen Zeichnungen aufgefallen.
Sie sind kindgerecht, ohne überladene Details, die 4-Jährige noch leicht ablenken und einfach nur zauberhaft.
Ich mag das “Runde” an den Bildern so gerne. Auf mich hatte es unerklärlicherweise eine beruhigende und irgendwie auch heimelige Wirkung. Meiner Tochter scheint es nicht anders zu gehen. Sie hat mir gespannt zugehört und musste über manche Zeichnungen herzhaft lachen (“Ohhhh! Ahhhh! Schau mal, Mama… hihihi”). Kaum war es ausgelesen kam ein “Noch mal lesen!”, das sagt glaube ich schon alles ;)
Dadurch, dass die Absätze kurz gehalten sind, eignet sich das Buch optimal für die Kleinsten, deren Konzentration sich schnell mal verlieren kann. 

Kurz und knapp: Eine bezaubernde lehrreiche Geschichte rund um Freundschaften, gegenseitige Unterstützung und mit einer Prise tierischen Humors, die gerne auch 3,4,5 mal hintereinander gelesen werden will ;)

[Geheimtipp des Monats]: Xorafedi – Markus Günther und Mathias Richter

Den zweiten Geheimtipp dieses Jahres habe ich aus dem Buch “Uppercut” von Fred Ink. Ich finde es toll, wie sich die “kleineren” Autoren gegenseitig unterstützen und Werbung füreinander machen. In der letzten Zeit liest man ja gerade auf Facebook öfter mal, wie sich Autoren gegenseitig den Erfolg nicht gönnen und mit einer schlechten Amazon-Rezi die Bewertungen runter ziehen. Das ist sehr sehr schade, umso mehr freut es mich, wenn genau das Gegenteil der Fall ist! 

XorafediBuchdaten:
Taschenbuch – 390 Seiten
Preis – 11,95 € [D]
E-Book – 299 Seiten
Preis – 7,27€ [D]
Erscheinungsdatum 31. Oktober 2013 (1. Auflage)
Autoren – Markus Günther & Mathias Richter
Genre – Fantasy, Science-Fiction
ISBN: 978-3-9815-5224-9

Klappentext:
Zwei Freunde brennen gemeinsam durch: Sie lassen ihr altes Leben in einem Findelhaus hinter sich und begeben sich auf eine abenteuerliche Reise. Unterwegs werden sie von unheimlichen Gestalten verfolgt und treffen auf ein Mädchen, das ganz alleine im Wald zu leben scheint. Als sich die beiden mit ihr anfreunden, erfahren sie von einer fremden, den Menschen ähnlichen Spezies: den Xorafedi. Diese leben in einer Stadt im Inneren der Erde und haben die Fähigkeit, ihre Umwelt mental zu beeinflussen – eine Begabung, die sich in den falschen Händen als tödlich erweist. Um die Menschen vor drohendem Unheil zu bewahren, machen sich die Freunde auf den Weg in die geheimnisvolle unterirdische Welt. Bei alledem wird einer von ihnen mehr über sich erfahren, als ihm lieb ist …
(Bild- und Textquelle: AP-Verlag Hamburg)

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[Rezension]: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter – Christopher Paolini

Eragon - Das Vermächtnis der DrachenreiterZum Inhalt:

Auf der Jagd entdeckt der 15-jährige Bauernjunge Eragon einen großen blauen Stein. In der Hoffnung etwas Wertvolles gefunden zu haben, nimmt er ihn mit zu sich nach Hause. Doch nach wenigen Tagen dringen merkwürdige Geräusche aus dem Stein, bis er zersplittert und ein blauer Drache zum Vorschein kommt – Saphira.

Der grausame und schreckliche König Galbatorix hat in Erfahrung gebracht, dass es einen neuen Drachenreiter und den dazugehörigen Drachen gibt, woraufhin er seine tödlichsten Diener – die Ra’zac – ausschickt, um ihn gefangen zu nehmen. Galbatorix hat es auf die Macht des neuen Reiters und dessen Drache abgesehen, er möchte die beiden unbedingt für seine dunklen Zwecke gewinnen.

Statt Eragon gefangen zu nehmen, töten die Ra’zac dessen Onkel Garrow, bei dem er kurz nach seiner Geburt von seiner mittlerweile verstorbenen Mutter abgegeben wurde. Ihr Auftrag scheitert, denn Eragon und Saphira gelingt mit Hilfe des geheimnisvollen Geschichtenerzählers Brom die Flucht.

Der junge Drachenreiter sinnt nach Rache, weshalb er sich entschließt die Ra’zac aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Brom unterstützt die beiden, wo er nur kann. Mit seiner Hilfe lernt Eragon nicht nur den Schwertkampf, sondern auch seine gerade entdeckte Magiefähigkeit auszubauen und bewusst einzusetzen. Dabei erfährt Eragon immer mehr über Brom und seine eigene Aufgabe als Drachenreiter. Dabei muss er sich nicht nur vor Galbatorix in Acht nehmen, auch dessen Feinde haben es auf die Macht und den Einfluss des neuen Reiters und seines Drachen abgesehen. Schnell ist er in Politik, Intrigen und Machtkämpfe verstrickt.

Meine Meinung:

Jeder kennt Eragon, ob selbst gelesen oder nur vom Hörensagen. Obwohl ich kein großer Fan von Hype-Büchern bin, hat Eragon sich das wirklich verdient.

Man hört ja immer wieder, es sei nur ein „billiger Abklatsch“ oder ein Cover von Tolkiens „Herr der Ringe“. Es stimmt, es gibt einige Parallelen: Zwerge, die unter den Bergen wohnen, lang lebende mächtige Elfen, Gold stehlende Drachen, usw. Aber mal im Ernst: diese Wesen gibt es doch auch in vielen anderen Fantasy-Büchern.
Ich finde nicht, dass sich Eragon mit „Herr der Ringe“ messen muss. Es ist eine eigene fantasievolle und bis ins kleinste Detail ausgedachte Geschichte.

Zugegeben, ich habe zwischendurch auch gedacht, dass Paolini Tolkiens ausufernde Beschreibungen eines jeden Grashalms nachzumachen versucht. Trotzdem gehe ich gerne nach Alagaësia, ich mag es dort. Und der Vergleich der beiden Bücher hat sich sehr schnell gelegt, als ich merkte, wie liebevoll und einfallsreich diese Geschichte doch ist.

Der Leona-See sah aus wie ein dünner silberner Teller, den jemand mitten in die Landschaft gelegt hatte. Das Wasser war so ruhig und glatt, dass es nicht mehr flüssig erschien.“ (Seite 360)

Eragon ist ein naiver aber intelligenter Bauernjunge, der erst in seine Aufgabe reinwachsen muss. Dabei entwickelt er sich stetig weiter, was sich sehr schön beobachten lässt. Während er selbst erst lernen muss, was es bedeutet ein Drachenreiter zu sein, kann sein Drache Saphira auf ihr uraltes magisches Wissen zurückgreifen, was ihr trotz ihres geringen Alters hilft, weiser und besonnener zu handeln. Eragon ist oftmals viel zu impulsiv und handelt unüberlegt, was ihm das ein oder andere Problem einhandelt.

Interessant ist die Art der Kommunikation zwischen Reiter und Drache: sie können nicht auf normalem Wege miteinander reden, sondern müssen es auf telepathischem Wege tun. Dieser Aspekt ist vor allem für Eragon eine große Umstellung, denn Saphira erlebt seine Gefühle und Gedanken mit.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Art und Weise, wie Magie in diesem Buch funktioniert. Zum einen kostet sie den Zaubernden Lebensenergie, was bei unbedachtem Einsatz oder bei sehr starken Zaubern mitunter den Tod herbeiführen kann. Zum anderen kann Magie nur benutzt werden, wenn man den richtigen Namen in der alten Sprache benutzt. Mit anderen Worten: Man kann kein Feuer machen, wenn man das uns bekannte Wort „Feuer“ ausspricht sondern man muss wissen, wie es in der alten Sprache heißt. In diesem Falle „Brisingr“.

Für Eragon bedeutet das, dass er zusätzlich die alte Sprache lernen und seine Fähigkeiten richtig und wohldurchdacht einsetzen muss. Eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, dass er nicht nur in der Angst lebt, gefangen genommen zu werden, sondern nebenbei auch Kämpfe bestreiten muss.

Der erste Band dieser Saga wird durchgehend aus Eragons Perspektive erzählt. Es gibt keine anderen Handlungsstränge, man weiß also nicht, was z.B. in seiner Heimat nach seiner Flucht geschieht.
Was nicht weiter tragisch ist, denn Zeit zum Durchatmen gibt es zwischendurch auf jeden Fall. Der Spannungsaufbau ist Christopher Paolini wirklich gut gelungen. Er zögert nicht bis uns Unermessliche raus, sondern bringt sie zeitlich gut koordiniert zum Abschluss.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie zur Zufriedenheit des Lesers enden – Eragon fällt leider sehr oft in Ohnmacht (vgl. Jungfrau in Nöten)!!!
Aber auch das muss man von zwei Seiten betrachten: Mich persönlich hat es nach dem dritten Mal deutlich genervt. Andererseits verdeutlicht das nur seine momentane Unreife und Überforderung mit seiner Aufgabe. Es macht ihn nahbar und sympathisch. Eragon ist nun mal kein geborener Held, er muss erst in diese Rolle reinwachsen.

Hin und wieder geschehen wirklich unglaubliche Dinge, das weiß ich, aber sie passieren immer jemand anderem, an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit.“ (Seite 629)

Fazit: Wer gerne eine neue fantasievolle und zauberhafte Welt betreten, mit Drachen fliegen und gegen fiese grausame Gegner kämpfen möchte, fühlt sich in Alagaësia ganz ganz sicher wohl. Auch Zwerge, Elfen und Rebellen – genannt “Varden” dürfen hier nicht fehlen. 

Was wird geboten? Eine spannungsgeladene unvorhersehbare Geschichte mit noch mehr Potenzial für folgende Bücher; ein Protagonist, den man aus seinen „Kinderschuhen“ zu einem angehenden Helden heranwachsen sieht, viel Magie und noch mehr Kämpfe zwischen Gut und Böse. Aber auch interne Intrigen und Machtkämpfe, die es schwer machen, seinen vermeintlichen Freunden vertrauen zu können.

4 Sterne

Inheritance-Saga
1. Das Vermächtnis der Drachenreiter (Inheritance Triology 1: Eragon)

2. Im Auftrag des Ältesten (Inheritance Triology 2: The Eldest)
3. Die Weisheit des Feuers (Inheritance Triology 3 – Brisingr)
4. Das Erbe der Macht (Inheritance. The Vault of Souls)
5. Angeblich in Planung!

Buchdaten:
Taschenbuch – 864 Seiten
Preis – 9,95 € [D]
Erscheinungstermin 08. September 2008
Originaltitel: Inheritance Triology 1: Eragon
Autor – Christopher Paolini
Genre – All Age Fantasy
ISBN: 978-3-442-37011-5
Verlag: blanvalet