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[Geheimtipp des Monats]: Xorafedi – Markus Günther und Mathias Richter

Den zweiten Geheimtipp dieses Jahres habe ich aus dem Buch “Uppercut” von Fred Ink. Ich finde es toll, wie sich die “kleineren” Autoren gegenseitig unterstützen und Werbung füreinander machen. In der letzten Zeit liest man ja gerade auf Facebook öfter mal, wie sich Autoren gegenseitig den Erfolg nicht gönnen und mit einer schlechten Amazon-Rezi die Bewertungen runter ziehen. Das ist sehr sehr schade, umso mehr freut es mich, wenn genau das Gegenteil der Fall ist! 

XorafediBuchdaten:
Taschenbuch – 390 Seiten
Preis – 11,95 € [D]
E-Book – 299 Seiten
Preis – 7,27€ [D]
Erscheinungsdatum 31. Oktober 2013 (1. Auflage)
Autoren – Markus Günther & Mathias Richter
Genre – Fantasy, Science-Fiction
ISBN: 978-3-9815-5224-9

Klappentext:
Zwei Freunde brennen gemeinsam durch: Sie lassen ihr altes Leben in einem Findelhaus hinter sich und begeben sich auf eine abenteuerliche Reise. Unterwegs werden sie von unheimlichen Gestalten verfolgt und treffen auf ein Mädchen, das ganz alleine im Wald zu leben scheint. Als sich die beiden mit ihr anfreunden, erfahren sie von einer fremden, den Menschen ähnlichen Spezies: den Xorafedi. Diese leben in einer Stadt im Inneren der Erde und haben die Fähigkeit, ihre Umwelt mental zu beeinflussen – eine Begabung, die sich in den falschen Händen als tödlich erweist. Um die Menschen vor drohendem Unheil zu bewahren, machen sich die Freunde auf den Weg in die geheimnisvolle unterirdische Welt. Bei alledem wird einer von ihnen mehr über sich erfahren, als ihm lieb ist …
(Bild- und Textquelle: AP-Verlag Hamburg)

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[Rezension]: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter – Christopher Paolini

Eragon - Das Vermächtnis der DrachenreiterZum Inhalt:

Auf der Jagd entdeckt der 15-jährige Bauernjunge Eragon einen großen blauen Stein. In der Hoffnung etwas Wertvolles gefunden zu haben, nimmt er ihn mit zu sich nach Hause. Doch nach wenigen Tagen dringen merkwürdige Geräusche aus dem Stein, bis er zersplittert und ein blauer Drache zum Vorschein kommt – Saphira.

Der grausame und schreckliche König Galbatorix hat in Erfahrung gebracht, dass es einen neuen Drachenreiter und den dazugehörigen Drachen gibt, woraufhin er seine tödlichsten Diener – die Ra’zac – ausschickt, um ihn gefangen zu nehmen. Galbatorix hat es auf die Macht des neuen Reiters und dessen Drache abgesehen, er möchte die beiden unbedingt für seine dunklen Zwecke gewinnen.

Statt Eragon gefangen zu nehmen, töten die Ra’zac dessen Onkel Garrow, bei dem er kurz nach seiner Geburt von seiner mittlerweile verstorbenen Mutter abgegeben wurde. Ihr Auftrag scheitert, denn Eragon und Saphira gelingt mit Hilfe des geheimnisvollen Geschichtenerzählers Brom die Flucht.

Der junge Drachenreiter sinnt nach Rache, weshalb er sich entschließt die Ra’zac aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Brom unterstützt die beiden, wo er nur kann. Mit seiner Hilfe lernt Eragon nicht nur den Schwertkampf, sondern auch seine gerade entdeckte Magiefähigkeit auszubauen und bewusst einzusetzen. Dabei erfährt Eragon immer mehr über Brom und seine eigene Aufgabe als Drachenreiter. Dabei muss er sich nicht nur vor Galbatorix in Acht nehmen, auch dessen Feinde haben es auf die Macht und den Einfluss des neuen Reiters und seines Drachen abgesehen. Schnell ist er in Politik, Intrigen und Machtkämpfe verstrickt.

Meine Meinung:

Jeder kennt Eragon, ob selbst gelesen oder nur vom Hörensagen. Obwohl ich kein großer Fan von Hype-Büchern bin, hat Eragon sich das wirklich verdient.

Man hört ja immer wieder, es sei nur ein „billiger Abklatsch“ oder ein Cover von Tolkiens „Herr der Ringe“. Es stimmt, es gibt einige Parallelen: Zwerge, die unter den Bergen wohnen, lang lebende mächtige Elfen, Gold stehlende Drachen, usw. Aber mal im Ernst: diese Wesen gibt es doch auch in vielen anderen Fantasy-Büchern.
Ich finde nicht, dass sich Eragon mit „Herr der Ringe“ messen muss. Es ist eine eigene fantasievolle und bis ins kleinste Detail ausgedachte Geschichte.

Zugegeben, ich habe zwischendurch auch gedacht, dass Paolini Tolkiens ausufernde Beschreibungen eines jeden Grashalms nachzumachen versucht. Trotzdem gehe ich gerne nach Alagaësia, ich mag es dort. Und der Vergleich der beiden Bücher hat sich sehr schnell gelegt, als ich merkte, wie liebevoll und einfallsreich diese Geschichte doch ist.

Der Leona-See sah aus wie ein dünner silberner Teller, den jemand mitten in die Landschaft gelegt hatte. Das Wasser war so ruhig und glatt, dass es nicht mehr flüssig erschien.“ (Seite 360)

Eragon ist ein naiver aber intelligenter Bauernjunge, der erst in seine Aufgabe reinwachsen muss. Dabei entwickelt er sich stetig weiter, was sich sehr schön beobachten lässt. Während er selbst erst lernen muss, was es bedeutet ein Drachenreiter zu sein, kann sein Drache Saphira auf ihr uraltes magisches Wissen zurückgreifen, was ihr trotz ihres geringen Alters hilft, weiser und besonnener zu handeln. Eragon ist oftmals viel zu impulsiv und handelt unüberlegt, was ihm das ein oder andere Problem einhandelt.

Interessant ist die Art der Kommunikation zwischen Reiter und Drache: sie können nicht auf normalem Wege miteinander reden, sondern müssen es auf telepathischem Wege tun. Dieser Aspekt ist vor allem für Eragon eine große Umstellung, denn Saphira erlebt seine Gefühle und Gedanken mit.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Art und Weise, wie Magie in diesem Buch funktioniert. Zum einen kostet sie den Zaubernden Lebensenergie, was bei unbedachtem Einsatz oder bei sehr starken Zaubern mitunter den Tod herbeiführen kann. Zum anderen kann Magie nur benutzt werden, wenn man den richtigen Namen in der alten Sprache benutzt. Mit anderen Worten: Man kann kein Feuer machen, wenn man das uns bekannte Wort „Feuer“ ausspricht sondern man muss wissen, wie es in der alten Sprache heißt. In diesem Falle „Brisingr“.

Für Eragon bedeutet das, dass er zusätzlich die alte Sprache lernen und seine Fähigkeiten richtig und wohldurchdacht einsetzen muss. Eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, dass er nicht nur in der Angst lebt, gefangen genommen zu werden, sondern nebenbei auch Kämpfe bestreiten muss.

Der erste Band dieser Saga wird durchgehend aus Eragons Perspektive erzählt. Es gibt keine anderen Handlungsstränge, man weiß also nicht, was z.B. in seiner Heimat nach seiner Flucht geschieht.
Was nicht weiter tragisch ist, denn Zeit zum Durchatmen gibt es zwischendurch auf jeden Fall. Der Spannungsaufbau ist Christopher Paolini wirklich gut gelungen. Er zögert nicht bis uns Unermessliche raus, sondern bringt sie zeitlich gut koordiniert zum Abschluss.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie zur Zufriedenheit des Lesers enden – Eragon fällt leider sehr oft in Ohnmacht (vgl. Jungfrau in Nöten)!!!
Aber auch das muss man von zwei Seiten betrachten: Mich persönlich hat es nach dem dritten Mal deutlich genervt. Andererseits verdeutlicht das nur seine momentane Unreife und Überforderung mit seiner Aufgabe. Es macht ihn nahbar und sympathisch. Eragon ist nun mal kein geborener Held, er muss erst in diese Rolle reinwachsen.

Hin und wieder geschehen wirklich unglaubliche Dinge, das weiß ich, aber sie passieren immer jemand anderem, an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit.“ (Seite 629)

Fazit: Wer gerne eine neue fantasievolle und zauberhafte Welt betreten, mit Drachen fliegen und gegen fiese grausame Gegner kämpfen möchte, fühlt sich in Alagaësia ganz ganz sicher wohl. Auch Zwerge, Elfen und Rebellen – genannt “Varden” dürfen hier nicht fehlen. 

Was wird geboten? Eine spannungsgeladene unvorhersehbare Geschichte mit noch mehr Potenzial für folgende Bücher; ein Protagonist, den man aus seinen „Kinderschuhen“ zu einem angehenden Helden heranwachsen sieht, viel Magie und noch mehr Kämpfe zwischen Gut und Böse. Aber auch interne Intrigen und Machtkämpfe, die es schwer machen, seinen vermeintlichen Freunden vertrauen zu können.

4 Sterne

Inheritance-Saga
1. Das Vermächtnis der Drachenreiter (Inheritance Triology 1: Eragon)

2. Im Auftrag des Ältesten (Inheritance Triology 2: The Eldest)
3. Die Weisheit des Feuers (Inheritance Triology 3 – Brisingr)
4. Das Erbe der Macht (Inheritance. The Vault of Souls)
5. Angeblich in Planung!

Buchdaten:
Taschenbuch – 864 Seiten
Preis – 9,95 € [D]
Erscheinungstermin 08. September 2008
Originaltitel: Inheritance Triology 1: Eragon
Autor – Christopher Paolini
Genre – All Age Fantasy
ISBN: 978-3-442-37011-5
Verlag: blanvalet

[Rezension]: Uppercut – Fred Ink

” ‘Sie werden einen Obdachlosen verprügeln. Wen, ist uns egal.” […] “Seien Sie nicht zu sanft. Es muss Blut fließen. Und stecken Sie eine Kamera ein, Sie werden nämlich eine Fotografie davon anfertigen. […]’ “

Uppercut

Zum Inhalt:

Der ehemalige Boxer Robert Strauss möchte seine dunkle Vergangenheit hinter sich lassen und sesshaft werden. Seine wunderhübsche Frau Tamara scheint der beste Anlass dafür zu sein.
Das neue Leben gefällt ihm!
Doch dies ändert sich, als er einen erschreckenden Brief erhält: Tamara wurde entführt!
Um sie zu befreien, stellen die Entführer widerwärtige Aufgaben, die er erfüllen muss…
Wie weit wird er gehen, um seine geliebte Freundin wieder in die Arme nehmen zu können?

 

Meine Meinung:

Was soll ich sagen? Es war einfach… wow… sprachlos!

Wer Bücher von Fred Ink kennt, weiß seine locker-leichte Art zu schreiben einfach zu schätzen. Ich persönlich liebe sie und kann gar nicht genug davon bekommen (an dieser Stelle kann ich euch seine Strange Days-Trilogie nur wärmstens ans Herz legen!!!)

Auch wenn man Rezensionen nicht mit “Eigentlich lese ich das ja nicht…” beginnen sollte, muss ich trotzdem anmerken, dass ich NIE im Leben gedacht hätte, diese Art von Büchern zu mögen, ja sogar zu verschlingen. Das hört sich vielleicht im ersten Moment abwertend an, ist es aber nicht – vielmehr sehe ich es als großes Lob für einen Autor, Leser an ein neues Genre zu führen.
Sofort ist man gefesselt, man verliert sich nicht in nichtigen Dingen oder weitreichenden Ausschmückungen. Roberts Nüchternheit hat mich des Öfteren verdutzt schauen lassen und insgeheim dachte ich, dass er wirklich recht hat, mit dem was er sagt.

“Robert riss eine Seite aus dem Telefonbuch und notierte sich alles mithilfe eines abgekauten Bleistifts, den er immer bei sich trug. Scheiß auf Blackberry und iPhone – ein Bleistift stürzt nicht ab, litt niemals unter geringem Ladestand und wurde nur äußerst selten gestohlen.” (Seite 46)

Die Geschichte zieht den Leser in einen moralischen Zwiespalt: zählt man den Protagonisten Robert zu den Guten, oder zu den Bösen?
Auf einer Seite wird er quasi gezwungen, die ihm gestellten Aufgaben zu erfüllen. Auf der Anderen schadet er dabei Unschuldigen, um sein Ziel zu erreichen.
Wie oft habe ich mich während des Lesens gefragt “Was wärst du bereit zu tun um einen geliebten Menschen aus den Fängen erbarmungsloser Entführer zu retten?”.
Inwieweit heiligt der Zweck die Mittel? Diese Frage hat mich das ganze Buch über verfolgt und lässt mich auch jetzt nicht wieder los. 

“‘Für den Moment gibt es nur eine Regel: keine Polizei. Sie warten, wir melden uns. Sollten Sie doch zur Polizei gehen, ist Ihre Frau tot.'” (Seite 9)

Roberts außergewöhnliche Unterstützung Lilian – auf die er mehr oder weniger zufällig trifft – ist das komplette Gegenteil von ihm: sie glaubt an das Übersinnliche, an Auren und Esoterik, hat hingegen mit Gewalt nichts am Hut.
Lilian hält ihm nicht nur den Rücken frei sondern versteht sich auch darin, Situationen aus einem komplett anderen Blickwinkel zu betrachten und (intuitiv richtig) einzuschätzen – eine sehr wertvolle Hilfe auf Roberts Weg, die Forderungen der Entführer zu erfüllen.

Es bleibt nur noch die Frage offen, ob er sein Ziel erreichen kann oder ob er sich selbst auf dem Weg dorthin verliert.

Fazit: Mein bisher drittes Buch aus der Feder Fred Inks. Ich bin wirklich froh, auf diesen Autor getroffen zu sein. Jedes seiner Bücher hat mir klar gemacht, dass es sich lohnt, auch mal neues Territorium zu betreten und nicht nur seinen Lieblingsgenres treu zu sein.
Dieses Buch kann ich all jenen (nicht Zartbesaiteten) empfehlen, die Lust auf eine actionreiche und erbarmungslose Jagd mit ungewöhnlichen, haare-raufenden Wendungen haben.
Dabei wird weniger Wert auf eine ausgeschmückte Darstellung gelegt, sondern vielmehr auf das Wesentliche. Das macht es sehr sehr leicht “am Ball zu bleiben” und nicht von Belanglosigkeiten abgelenkt zu werden, die die Geschichte nicht weiter bringen.
Auch wenn die Grundidee keine neue ist, so ist die Umsetzung allemal einzigartig, garantiert!
Daumen hoch!

5 Sterne

Buchdaten:
Taschenbuch – 290 Seiten

Preis – 9,95 € [D]
auch als E-Book erhältlich (2,99€)

Erscheinungsdatum 23. September 2013
Autor – Fred Ink
Genre – Thriller
ISBN: 978-1-4910-3128-5

[Rezension]: Ferne Ufer – Diana Gabaldon

 Die Inhaltsangabe spoilert leider zwangsweise die vorherigen Teile!!!

Ferne UferZum Inhalt:

Jamie hatte gehofft, Culloden nicht lebend zu verlassen, nachdem er Claire und sein ungeborenes Baby durch die Steine zurück in 20. Jahrhundert schicken musste.
Doch genau das ist passiert: Er lebt – ohne Aussicht, Claire und sein Kind jemals (wieder) sehen zu können.
Claire stößt indess – 20 Jahre nach ihrer Rückkehr – auf die Information, dass Jamie die Schlacht überlebt hat.
Er könnte also immer noch leben, sollte sie jetzt ins Schottland des 18. Jahrhundert reisen.

20 Jahre sind eine lange Zeit, in der Menschen sich verändern.
Findet sie ihren neuen-alten Jamie wieder, oder wird sie bitter enttäuscht werden? Die Antwort auf diese Fragen findet sie nur, wenn sie den Schritt durch die Steine wagt und sich auf diese abenteuerliche Reise einlässt.

 Meine Meinung:

Nachdem ich die ersten Teile der Highland-Saga vor Jahren gelesen habe, musste ich sie einfach noch einmal erleben. Und genau das ist der Punkt: man liest die Geschichte nicht nur, man erlebt sie – auf unvergleichliche Art und Weise.
Es ist sprachgewaltig, imposant und so voller Atmosphäre.
Kaum habe ich angefangen zu lesen, überkam mich das Gefühl, daheim zu sein. Die Geschichte ist zwar wirklich sehr detailiert beschrieben, aber gerade das macht sie zu etwas Besonderem.

Der ironische Humor ist einfach erfrischend. Die trockenen und teils zweideutigen Sprüche lockern oft die Stimmung auf.

‘Es ist nicht das erstemal, weißt du’, sagte er zu mir. Allmählich schien er sich zu beruhigen, da ich keinerlei Anstalten machte, mir den Kopf unter den Arm zu klemmen, wie es Hochlandgespenster sonst zu tun pflegen“ (S. 361)

Gleich zu Beginn erfährt man, wie Jamie es unverhofft geschafft hat, Culloden zu überleben.
Direkt danach springt man wieder zurück zu Claire, Brianna und Roger ins Jahr 1968, die unerlässlich nach Informationen über Jamie und dessen Schicksal forschen.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die zusammenlaufen – was an sich ja nichts Ungewöhnliches oder Neues ist.
Es handelt sich hier aber um verschiedene Zeiten: was mit Jamie nach Culloden passiert ist, was Claire nach ihrer letzten Zeitreise zugestoßen ist und wie die drei Suchenden nach und nach ihre vagen Informationen zusammentragen.

Klingt verwirrend, ist es aber nicht – versprochen!

Ganz im Gegenteil, es ist abwechslungsreich und originell – zeitlich alles genau passend, sodass man nicht durcheinander kommt. Sie fügen sich stückchenweise zusammen, es wird also nicht gleich zu viel vorweg genommen.

‘Aber ich habe auch schon sagen hören, das Meisterliche eines Autors zeige sich in der Kunst der Selektion. Meinen Sie nicht, ein Buch dieser Länge deutet auf mangelnde Entscheidungsfähigkeit und somit auf fehlendes Talent hin?’
Fraser überlegte, während er bedächtig an dem tiefroten Wein nippte.
„Sicher habe ich einige gelesen, auf die das zutrifft“, räumte er ein. „Ein Autor hofft, die Geschichte würde glaubwürdiger, wenn er den Leser mit einer Fülle von Einzelheiten erschlägt. Aber hier liegen die Dinge anders. Jede Gestalt des Romans ist sorgfältig überlegt, und alle geschilderten Begebenheiten sind für das Verständnis erforderlich. Nein, ich glaube einfach, dass manche Geschichten von Natur aus mehr Raum einnehmen müssen.“ (S. 172/173)

Mit dem Hintergrundwissen, dass die Highlandreihe nicht in diesem Ausmaß geplant war, finde ich diese zitierte Stelle umso lustiger, da sich die Autorin selbst auf die Schippe nimmt. Wie sie in dem Begleitbuch „Der magische Steinkreis“ erwähnt , wurde die Reihe mehr oder weniger spontan verlängert, da sie die Fülle der Geschehnisse nicht in 3 Büchern unterbekommen konnte. (Könnt ihr auch hier in der Leseprobe auf Seite 23 nachlesen)

Was mir hingegen nicht gefallen hat, ist die Langatmigkeit!
Damit meine ich nicht die groß umrissenen Beschreibungen, sondern das „in-die-Länge-ziehen“ von Szenen.

Sie kommen manchmal einfach nicht zum Abschluss. Ständig passiert etwas Neues, man wird von einer actionreichen Situation zur nächsten geschmissen. Leider wirkt es oft gekünstelt, als ob zwanghaft ein Höhepunkt den nächsten jagen muss.

Fazit: Alles in allem ist die Fortsetzung der Reihe – mit einigen Schwächen – gelungen, um die Reihe am Laufen zu halten und einen Übergang zum nächsten Band zu schlagen.

Einige Dinge haben mich etwas gestört, was es mir nicht möglich macht, diesem Buch 5 Sterne zu vergeben. Da ich nur ganze Sterne vergebe und aufrunde, wurden aus 3,5 ganze 4 Sternchen bzw. Blätter ;)

-> Leseprobe

4 Sterne

Highland-Saga
1. Feuer und Stein (Outlander)
2. Die geliehene Zeit (Dragonfly in Amber)
3. Ferne Ufer (Voyager)
4. Der Ruf der Trommeln (Drums of Autumn)
5. Das flammende Kreuz (The Fiery Cross)
6. Ein Hauch von Schnee und Asche (A Breath of Snow and Ashes)
7. Echo der Hoffnung (An Echo in the Bone)
8. Ein Schatten von Verrat und Liebe (Written in my own Heart’s Blood)

Buchdaten:
Taschenbuch – 1088 Seiten
Preis – 12,50 € [D]
Erscheinungstermin 01. Mai 1999
Originaltitel: Voyager
Autorin – Diana Gabaldon
Genre – Historischer Roman
ISBN: 978-3-442-36107-6
Verlag: blanvalet